Wintertipps für dich und dein Pferd
- kl2215
- vor 4 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Eisige Temperaturen, Schneefall und gefrorener Boden: Der Januar stellt Pferd und Reiter:in vor besondere Herausforderungen. Viele Pferde genießen die kalte, klare Luft und tollen auch im Schnee, doch als Halter:in solltest du im Winter eine angepasste Routine sicherstellen. Von der Fütterung über die Bewegung bis zur Stallhygiene: Mit den richtigen Maßnahmen bleibt dein Pferd auch bei Kälte gesund und munter.

Winterprobleme für Pferde
Gefrorenes Wasser und Futter
Bei Frost können Tränken und Wassereimer schnell zufrieren. Trinkt ein Pferd zu wenig, steigt das Kolikrisiko. Auch gefrorenes Futter ist problematisch: Frisst ein Pferd stark angefrorene Grasbüschel oder gefrorenes Raufutter, kann das zu Verdauungsstörungen führen.
Rutschgefahr und Verletzungen
Schnee und Eis erhöhen die Unfallgefahr. Auf gefrorenem, unebenem Boden kann ein Pferd leicht ausrutschen oder sich vertreten. Unter der Schneedecke verborgene Löcher oder Eisflächen stellen ein Risiko dar. Zudem werden die Tage spät hell und früh dunkel und Ausritte in der Dämmerung bergen ohne ausreichende Beleuchtung zusätzliche Gefahren im Straßenverkehr.
Bewegungsmangel und Langeweile
Manche Pferde stehen im Winter länger in der Box, sei es wegen vereister Koppeln oder fehlender Trainingsmöglichkeiten. Weniger Bewegung kann zu steifen Gelenken, Übermut beim ersten Freilauf und sogar zu Verhaltensproblemen (Weben, Boxenlaufen) führen. Auch die Verdauung leidet, wenn Pferde stundenlang ohne Raufutter stehen.
Beste Pflege im Januar
Frisches Wasser sichern
Kontrolliere morgens und abends, ob dein Pferd ausreichend trinken kann. Entferne Eis aus Trögen und Eimern oder nutze beheizbare Tränken. Pferde trinken im Winter gern lauwarmes Wasser, das animiert sie zu höherer Aufnahme und senkt das Kolikrisiko.
Ausreichend Heu füttern
Eine kontinuierliche Raufutterversorgung ist jetzt das A und O. Heu hält den Pferde-Darm in Schwung und hilft dem Körper, sich von innen zu wärmen. Biete auf karger Winterweide immer genug Heu an, damit dein Pferd nicht auf gefrorenes Gras ausweichen muss. Bei extremer Kälte darfst du die Futterration ruhig erhöhen: Sinkt das Thermometer deutlich unter –15 °C, braucht ein Pferd mehr Energie, um die eigene Körperwärme zu halten. Ergänze gegebenenfalls etwas mehr Kraftfutter oder Öle, vor allem bei älteren und dünnen Tieren.
Bewegung trotz Winter
Plane auch im Januar tägliche Bewegung ein. Dein Pferd sollte möglichst jeden Tag auf Paddock oder Koppel hinaus, notfalls für ein paar Stunden in einen geschützten Auslauf, damit es sich frei bewegen kann. Achte dabei auf die Bodenverhältnisse: Rutschecken kannst du mit Sand oder Sägespänen abstumpfen. Beim Reiten gilt: Lange Schrittphase zum Aufwärmen und nach dem Training trocken reiten. Auf gefrorenem Boden lieber nur im Schritt oder Trab reiten und riskante Galoppstrecken meiden. Lass es bei Tiefschnee langsam angehen, das kann anstrengend für die Sehnen sein. Wenn dein Pferd stark geschwitzt hat, lege ihm in der Box eine Abschwitzdecke auf, bis es komplett abgetrocknet ist.
Sicherheit und Sichtbarkeit
In der Dunkelheit solltest du weder auf reflektierende Ausrüstung noch auf vorgeschriebene Beleuchtung verzichten. Eine Stirnlampe für dich, reflektierende Gamaschen fürs Pferd und ggf. ein LED-Licht am Reithelm sorgen dafür, dass ihr von Autofahrern rechtzeitig gesehen werdet.
Stall und Fellpflege
Halte den Stall im Winter trocken und gut belüftet. Achte darauf, dass dein Pferd einen zugfreien, weich eingestreuten Liegeplatz hat, um sich auszuruhen. Entferne nasse Stellen im Einstreu regelmäßig, damit keine Ammoniakdämpfe entstehen. Viele Pferde kommen mit Kälte besser zurecht als mit Hitze; ein gesundes, erwachsenes Pferd fühlt sich meist in Temperaturen um den Gefrierpunkt wohl und entwickelt ein dichtes Winterfell. Nicht jedes Pferd braucht also eine Decke. Robuste Tiere im Offenstall haben eine Thermozone von etwa -15 °C bis +25 °C und kommen ohne Decke aus. Ältere oder kranke Pferde sowie solche mit geschorenem Fell freuen sich jedoch über einen wasserabweisenden Wintermantel. Kontrolliere täglich unter der Decke, ob das Pferd trockene, warme Ohren hat (Zeichen, dass ihm angenehm ist) und ob keine Scheuerstellen entstehen.
Fazit
Der Winter stellt zwar höhere Ansprüche an die Pferdehaltung, doch mit Planung und Fürsorge ist er gut zu meistern. Dein Pferd wird es dir danken, wenn es auch im Januar genug Bewegung, Futter und frisches Wasser bekommt. Nutze die kalte Jahreszeit für ausgedehnte Schrittausritte in der Winterlandschaft. Gut gerüstet mit reflektierender Ausrüstung und etwas Vorsicht könnt ihr auch diese Zeit sicher und genussvoll erleben.


